24. August 2012

byebye ist zuhause

Lindenauer Hafen, keine Ahnung wo. Freitagmittag, keine Ahnung wann. Erstes tonzimmer.tv, keine Ahnung wie. Zwei Männer singen ein Lied, wahrscheinlich. Drei andere Männer hantieren mit Kameras, höchstwahrscheinlich. Wenn sie am Hafen sind, riecht es da bestimmt nach Fisch und stehen Schiffe rum, nein halt: sie liegen rum. Schiffe liegen. Oder fahren.

Bestimmt gibt es kein Grün, nur Beton, dreckiges Wasser, Frachter, Kräne und sowas, da am Lindenauer Hafen. Und laut ist es bestimmt, man wird die Männer gar nicht singen hören, so laut ist es da. Container knallen auf den Asphalt, Container knallen auf Schiffsböden, Container knallen auf Container. Ein Heidenlärm ist das. Wo gearbeitet wird, da fallen Schwäne.

Ein Hafenrundfahrtsboot kommt angeschippert, der Kapitän macht einen schlüpfrigen Witz. Dafür haben die Leute bezahlt. Sie gucken auf die fünf Männer mit den zwei Gitarren und den drei Kameras. Sie winken ihnen. Keine Reaktion, aber bevor jemand enttäuscht sein kann, preist der Kapitän schon das nächste Highlight an.

Das Boot wird später in eine Schleuse fahren und wieder werden alle staunen und wieder wird der Kapitän einen schlüpfrigen Witz erzählen. Dafür wird er bezahlt. Derweil packen die fünf Männer mit den zwei Gitarren und den drei Kameras schon wieder ein. Sie stapeln auch zwei Sessel und eine Stehlampe ins Auto, alles muss mit auf die große Reise.

Was für ein Lied die beiden Gitarristen gespielt haben, war bei all dem Hafenkrach nicht zu vernehmen. Es war aber bestimmt sehr schön. Ich jedenfalls wäre gern dabei gewesen.

Danke an byebye für ihren überwältigenden Mut.

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