DanB | In der naTo diplomiert

Abschlussprüfung, ganz heißes Eisen. Mündlich auch noch, oh oh oh. Du hattest dich ewig vorbereitet und dann waren deine Hände so schwitzig. Also, ehrlich gesagt, war es ja dann doch nicht ganz so ewig gewesen, wie du dir vorgenommen hattest. Aber so ewig wie es eben ging, in den paar Tagen. Aha, auch noch die allerletzte letzte Prüfung, da kommt ja dann auch ein wenig Wermuth auf, danach. (Oder davor.) Du hattest den feinen Zwirn an, Jacket auch, hat schon keiner gesehen, die Schweißflecken. Du warst tierisch aufgeregt, die Prüfer waren aber echt nett, fast schon lieb, wollten ihren Schäfchen ja auch nix Böses. Und die Angst vor einem Blackout! Du wolltest den andern ja dann doch von einer ganz entspannten Prüfung erzählen. Du bist erstmal unsicher gewesen, hast dann aber zu gewohnter Stärke gefunden. Nach der Prüfung hast du dich über dieses und jenes geärgert, warst mit der Note aber doch ganz zufrieden. Gut, dass dich keiner gesehen hat, außer den Prüfern. Aber die sehen so ein Elend ja jedes Semester. Wenn das einer gefilmt hätte! Um Gottes Willen. Oder wenn da Publikum dagewesen wäre. Neenee, das kann mal schön in diesen vier Wänden bleiben. Gut, dass du Jura studiert hast (oder Medizin, das ist ja irgendwie dasselbe). Ansonsten wären da nämlich vielleicht deine Eltern dabei gewesen und deine Freunde und zweihundert andere Leute vielleicht auch noch. Und vier Kameras. Und jemand von der Zeitung. Alle hätten gejubelt und nach einer Zugabe verlangt, nach einer Zugabe in der Abschlussprüfung! Dann könnte dich auch jetzt noch jeder jederzeit bei der Abschlussprüfung sehen! Kann man sich gar nicht vorstellen.

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byebye – irgendwo im nirgendwo

Eins

„Irgendwo im Nirgendwo“ ist das neue Action-Moviemovie im Herbst 2012. Zwei Männer, ein Höllengefährt, rasende Geschwindigkeit, Massenszenen, ein klassischer Showdown und – Frauen, Frauen, Frauen. Who the fuck is Bond? Mein Name ist Bye, Bye Bye, antworten die Männer aus „Irgendwo im Nirgendwo“. Fünf von Fünf Sternen im Moviecheck!

Zwei

Endlich mal wieder frisches französisches Kino! „Irgendwo im Nirgendwo“ stellt „Willkommen bei den fabelhaften Amélies“ und „Ziemlich beste Schtiis“ bei Weitem in den Schatten. Mehr Baguettes, größere Käse und schönere Ringelpullover hat man noch nie gesehen. Also fünf von fünf Eiffeltürmen bei den Cahiers du Cinéma.

Drei

Ein bärtiges Waschweib schrubbt den Beat. Starkes Bild. Die beiden Hauptprotagonisten Olli (Oliver Haas) und Tim (Tim Ludwig) sitzen auf einer Treppe. Schon wieder ein starkes Bild (Geht es rauf oder runter? Nah am Wasser gebaut? Step by step?), aber nur der Anfang. Ein Mann, der ein bisschen aussieht wie der berühmte Sänger von Two Wooden Stones, gibt Olli eine Gitarre. Man merkt schon: hier gibt es nur starke Bilder. Fehlt nur noch eine Rikscha, denkt man und – BAMM da is’e.

Der Film nimmt nun Fahrt auf, die Protagonisten werden kutschiert (Fahren und Fahren lassen). Ein Koffer geht quer, Menschen hinterher. Noch mehr Menschen. Von überall her kommen noch mehr Menschen! Ihre Schicksale werden nicht weiter verfolgt, sie erscheinen als skizzierte Charaktere. Man glaubt den einen oder die andere zu kennen, dann fällt einem aber wieder ein, dass das keine echten Menschen sind, sondern fiktionale Figuren, professionelle Schauspieler wahrscheinlich. Sie laufen und hüpfen, singen und quieken, tanzen und schreien. Einige stechen aus der Masse heraus, andere nicht – wie im echten Leben. Ein großer Film.

Man fühlt sich wunderbar unterhalten (auch der Soundtrack ist spitze). Die zentrale Frage des Films wird jedoch nicht beantwortet und lässt das Publikum nicht los: Ist das Waschweib vom Beginn die Schwester des Drummers am Ende?

 

 

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36. Leipziger Jazztage

Die ganze Wiese ist voller Scheiße. Johannes haut gleich wieder ab, kommt aber wenig später wieder um die Ecke gebogen, mit Ziegelsteinen in der Hand. Keine Ahnung, wo er die jetzt her hat. Er legt auf jeden Haufen einen Stein und ich wundere mich, mit welcher Selbstverständlichkeit er das macht. (Außerdem frage ich mich, ob schon mal jemand in Stonehenge nachgesehen hat, ob da vielleicht nur Dinosaurierkot markiert wurde.)

Tobe ist bereit, Johannes ist bereit, die Wand ist bereit. Action. Plakat eins wird ins linke Fenster geklebt – es war anders geplant, aber Johannes möchte als Linkshänder lieber den Großteil mit der richtigen Hand kleistern. Linkshänder, diese Künstler! Daran hatten wir nicht gedacht. Es läuft ganz gut, ich reiche die Plakate.

Beim zweiten Plakat geht im Nachbarhaus ein Fenster auf, vier Gesichter sind zu sehen. „WAS SOLL’N DAS WER’N!?“ Gut, das wir den Ton erst vom Saxophon-Take nehmen. Tobe verhandelt und beschwichtigt. Wir werden von oben beäugt und photographiert, lassen uns aber nichts anmerken. Die Plakate hängen.

Als sich Johannes für die zweite Szene – oder vielmehr fürs linke Bild – einspielt, kommt einer der Gaffer und Schimpfer vorbei. Er ist erstaunlich nett, und nach Checkung der Lage beruhigt. Hätte ja auch was Politisches sein können, sagt er. Tobe geht zur Baustelle nebenan und bittet um Ruhe.

Der Presslufthammer schweigt, das Saxophon erklingt. Nach dreißig Sekunden mache ich mit der flachen Hand so eine zackige Bewegung von links nach rechts. Johannes hört auf zu spielen, schnappt sich die Leiter und geht aus dem Bild. Das Zusammenklappen der Leiter setzt dem Video das Ende. Und es ist die Klappe fürs Festival: die 36. Leipziger Jazztage können beginnen.

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byebye ist irgendwo

Es gibt ein Lied von Element of Crime, das heißt „An einem Sonntag im April“. Es ist ein sehr schönes Lied, passt hier aber nur bedingt. Der Teil mit dem Sonntag – okay. Aber der April ist lange her, es septembert schon gewaltig. Nichts desto trotz hat sich Gevatter Sonne (die gelbe Sau, wie PeterLicht zu sagen pflegt) heute dazu gesellt.

Außerdem sind noch circa achtzig andere Gevattern und Gemuttern (?) erschienen. Plus Kamera- und Tonmenschen, die Medien und: die Band. Das Duo. Die Gruppe. Die Kapelle. Das Orchester. Die Philharmonie Leipzig-West: byebye ist am Start. Und byebye will ans Ziel. Rikscha-Gerd wird sie fahren, die Gefolgschaft folgt. Und singt. Und tanzt. Es ist ein großer Spaß und es ist auch ein großer Käse da, außerdem allerlei Gerätschaften. Und ein Franzose und eine Französin.

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byebye ist zuhause

Lindenauer Hafen, keine Ahnung wo. Freitagmittag, keine Ahnung wann. Erstes tonzimmer.tv, keine Ahnung wie. Zwei Männer singen ein Lied, wahrscheinlich. Drei andere Männer hantieren mit Kameras, höchstwahrscheinlich. Wenn sie am Hafen sind, riecht es da bestimmt nach Fisch und stehen Schiffe rum, nein halt: sie liegen rum. Schiffe liegen. Oder fahren.

Bestimmt gibt es kein Grün, nur Beton, dreckiges Wasser, Frachter, Kräne und sowas, da am Lindenauer Hafen. Und laut ist es bestimmt, man wird die Männer gar nicht singen hören, so laut ist es da. Container knallen auf den Asphalt, Container knallen auf Schiffsböden, Container knallen auf Container. Ein Heidenlärm ist das. Wo gearbeitet wird, da fallen Schwäne.

Ein Hafenrundfahrtsboot kommt angeschippert, der Kapitän macht einen schlüpfrigen Witz. Dafür haben die Leute bezahlt. Sie gucken auf die fünf Männer mit den zwei Gitarren und den drei Kameras. Sie winken ihnen. Keine Reaktion, aber bevor jemand enttäuscht sein kann, preist der Kapitän schon das nächste Highlight an.

Das Boot wird später in eine Schleuse fahren und wieder werden alle staunen und wieder wird der Kapitän einen schlüpfrigen Witz erzählen. Dafür wird er bezahlt. Derweil packen die fünf Männer mit den zwei Gitarren und den drei Kameras schon wieder ein. Sie stapeln auch zwei Sessel und eine Stehlampe ins Auto, alles muss mit auf die große Reise.

Was für ein Lied die beiden Gitarristen gespielt haben, war bei all dem Hafenkrach nicht zu vernehmen. Es war aber bestimmt sehr schön. Ich jedenfalls wäre gern dabei gewesen.

Danke an byebye für ihren überwältigenden Mut.

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detektor.fm

Leipzig. Für eine Leipziger Bürobelegschaft endete die letzte Freitagsschicht im totalen Durcheinander. Bis in die späten Mittagsstunden gestaltete sich der Büroalltag „langweilig wie immer“, so eine Angestellte. Doch um 14.03 Uhr brach das Chaos ein in die heile Welt der Erich-Zeigner-Allee Nummer 69.

Der stadtteilbekannte Rowdy Christian B. fuhr mit seiner schweren Maschine vor und stürmte das Büro. Ob der 29jährige Harley-Davidson-Fahrer Mitglied der Hells Angels ist, konnte die Polizei noch nicht ermitteln. Klar ist indes, das B. unter lauter Musik aus seinem lila Workman (ACDaisy „Highway to hell“) rückwärts das Gebäude betrat. „Ab und zu mal rückwärts zu gehen, ist gesund für den Rücken“, gab B. später den Beamten in Grün zu Protokoll. Im Interieur des Bürohauses direkt am Wasser stiftete Christian B. dann die gesamte Belegschaft des Hauses zum Durchdrehen an. Er schreckte auch vorm Einsatz eines Miniaturschlagzeuges nicht zurück.

Statt ihrer Arbeit nachzugehen (recherchieren, nachhaken, interviewen) fingen die Angestellten so an, wild herum zu hüpfen, zu schreien und zu tanzen. Lediglich der 29jährige Gregor Sch. widersetzte sich dem Tohuwabohu. Er blieb an seinem Schreibtisch und versteckte sich hinter seinen englischen Unterlagen.

Markus E., eigentlich ein ruhiger Zeitgenosse, drehte am Freitag komplett durch. Der Abteilungsleiter ließ sich zu wildem Rückwärtsgehen, Tannenzweigwedeln und Diskokugelgrinsen hinreißen.

Die 29jährige Susann J., noch relativ neu in der Belegschaft, war schockiert: „Sowas hab ich noch nie erlebt!“ Ihr wird vorgeworfen, eine Wand des Büros übel beschmiert zu haben („blog from 1999“).

Mit freundlicher Genehmigung von KAKKMADDAFAKKA und Bubbles Records: Music: „Restless” performed by KAKKMADDAFAKKA. Taken from the album “Hest” (Bubbles Records 2011). Courtesy of Bubbles Records. bubbles@whitestboyalive.com.

Das Album “Hest” kann man kaufen bei:
Amazon: http://amzn.to/MiIJKU
iTunes: http://bit.ly/O0lCCK

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Schwarzkaffee Tour de Funk

Ein Weibchen und ein Männchen,
beide sind sie Entchen.
Ein guter Start an und für sich
für ein bezaubernd’ Tiergedicht.

Das schrieb Will Future einst über Schwarzkaffees Tour de Funk 2012. Währenddessen filmte Tobe Continued folgendes:

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